Am Freitag, 3. Juli, 19.30 Uhr, gastiert das Schweizer Ensemble Tra Noi in der Heilig-Kreuzkirche Landshut.
Die vier Musikerinnen gewannen 2025 den ersten Orlando-di-Lasso-Wettbewerb der Landshuter Hofmusiktage, der Alte-Musik-Ensembles weltweit fördert – die Jury überzeugten musikalische Präzision, stilistische Sicherheit und künstlerische Eigenständigkeit des Ensembles.
Mit ihrem Programm „Memento vivere” stellen Tra Noi historisch informiert interpretierte Werke der Renaissance und des Barocks den großen Gegensätzen menschlicher Existenz zur Seite: Lebensfreude und Vanitas, Trauer und Lebenswillen, stille Einkehr und Leidenschaft. So wird Musik zum Gegenbild des unaufhaltsamen Zeitstroms – ganz im Sinne von „Tempus fugit, memento mori”.
Den passenden Rahmen bietet die einstige Klosterkirche „Heiligkreuz”, deren Innenraum von Baumeister Philipp Plank, Wessobrunner Stuckateuren und Georg Asam ausgestaltet wurde.
Wenn der Tod zum Gesprächspartner wird: „Der Ackermann und der Tod”
Am Samstag, 4. Juli, 19.30 Uhr, folgt in derselben Kirche eine ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem Festivalthema: Johannes von Tepls spätmittelalterliches Streitgespräch „Der Ackermann und der Tod” entstand um 1401, nachdem der Autor seine Frau im Kindbett verloren hatte. Ein trauernder Witwer stellt darin den Tod zur Rede – 34 Kapitel voller Trauer, Wut und philosophischer Tiefe, die am Ende in die Einsicht münden, dass der Tod die notwendige Kehrseite des Lebens ist.
Zwei Schauspieler tragen den behutsam gekürzten Text vor, begleitet von Musik aus der mittelalterlichen Tradition – mit Kirchenorgel, einer Frauenstimme und improvisierten Passagen. Die Aufführung bewegt sich zwischen Konzert, Lesung und Musiktheater. Um 19 Uhr gibt der Regisseur Dominik Wilgenbus eine Einführung in das Stück, das ohne Pause gespielt wird .
Barocke Meisterwerke in der wiedereröffneten Jesuitenkirche
Am 5. Juli 2026 präsentieren die Landshuter Vokalisten unter der Leitung ihres Gründers Bernhard Hirtreiter gemeinsam mit dem Harmonia Consort zwei Meisterwerke des Barock: Heinrich Schütz’ „Musikalische Exequien” (1636), die
der Adelige Heinrich Posthumus Reuß für seine eigene Trauerfeier zusammenstellen ließ, sowie Reinhard Keisers „Markuspassion”, mit der sich nachweislich auch Johann Sebastian Bach intensiv beschäftigte. Beide Werke erklingen in historisch informierter Kleinstbesetzung mit wenigen Streichern, Cembalo und solistischen Singstimmen aus den Reihen der Landshuter Vokalisten – mit Martin Witzko als Evangelist und Bernhard Weindl als Jesus.